Kategorie Archiv: Geschichten

Pie Shop in Neu-England

Neulich bin ich durch Neu-England gefahren und habe einen schnuckeligen, kleinen Pie Shop entdeckt – also ein Geschäft, das nur Pies verkauft. Es war mein Glückstag, denn für eine Hochzeitsbestellung wurden 40 (!) frische Blueberry Pies gebacken. Das Geschäft war über und über mit frischen Pies vollgestellt, bei denen der frische Blaubeersaft herauskam. Es roch einfach nur köstlich und natürlich musste ich ein Stück probieren.
Auf dem Bild sieht man die Speisekarte: Today’s Pies. Je nach Saison gibt es andere köstliche Pies. Schauen wir mal, was es beim nächsten Besuch gibt. Und schauen wir, welchen Pie ich das nächste Mal für Sweetie Pies backe – Jumbleberry klingt interessant!
Eat More Pies!

Pink Pie – ohne künstliche Farbstoffe

Bei American Heritage München war gestern ein Fotoshooting. Dafür benötigte ich unter anderem einen pinken Pie, doch wie backt man den, ohne in den künstlichen Farbkasten zu greifen? Immerhin sollte der Pie ja noch essbar sein…

Im Internet gab es kein akzeptables Rezept und daher musste ich selber experimentieren. Zu einer Mischung aus saurer Sahne und Eiern habe ich Cranberry-Sirup und Blaubeer-Sirup gemischt. Der Pie wird dann etwas flüssiger und benötigt eine gute Portion Mehl zum Verdicken. Zwar habe ich bei dem gewünschten pinken Farbton aufgehört, doch im Backofen dunkelt der Pie leider noch nach. Eigentlich hätte er noch ein wenig heller sein sollen und daher weniger der Blaubeer-Farbe benötigt. Das nächste Mal also mehr Cranberry-Sirup. Für das Blog-Foto habe ich noch Kontrast gesucht und den Pie mit einer Portion Sahne verfeinert.

Eat more Pies!

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Happy National Cherry Pie Day – Kirschkuchen

Am heutigen National Cherry Pie Day – nennen wir es mal Kirschkuchentag – gönnen wir uns zur Feier des Anlasses ein Stück des saftigen Pies. Nicht ohne Grund ist der fruchtige Kirsch-Pie der zweitbeliebteste Pie in Amerika – Apple Pie ist so in der amerikanischen Kultur verankert, dass er seine unangefochtene Position nie abgeben wird.
Leider gibt es nur Vermutungen, warum der Kirschkuchentag im Februar gefeiert wird, denn immerhin ist ja derzeit keine Kirschenzeit. Es gibt Vermutungen, dass der Feiertag mit dem kürzlich stattgefundenen Feiern von George Washingtons Geburtstag und Presidents Day zu tun haben – immerhin war George Washington ein großer Liebhaber der Kirschen. Es kann uns fast ein wenig egal sein, denn Kirschkuchen schmeckt mit und ohne Grund. Guten Appetit!

Die Geschichte des Pies

Die alte Schreibweise PYE zeigt bereits, wo der Pie herkommt: aus dem alten Großbritannien, genauer gesagt aus dem Großbritannien des 13. Jahrhunderts. Dazu muss man sich vorstellen, dass es früher keinen Kühlschrank und keinen Ofen gab. Ein Feuer zum Backen wurde nur selten gemacht, eine Kühlung gab es in der Regel nicht. Die Kruste früherer Pies war daher nicht zum Verzehr gedacht, sondern als Aufbewahrungshülle, die einige Zentimeter dick war und die Füllung bis zu einem Jahr konservierte. Entsprechend wurde die unappetitliche Piekruste Coffin genannt. Mit der Zeit haben sich die Köche und Bäcker mehr Mühe mit der Kruste gemacht und sie in eine appetitliche Schale verwandelt.

Zur Kolonialzeit wurden in Amerika die traditionellen englischen Pies mit Füllungen aus der Neuen Welt ersetzt. Cranberries, Pecans, Pfirsiche und Key Limes sind nur einige Beispiele für neuere Geschmacksrichtungen. Auch die Kruste entwickelte sich weiter und hat heute vom Keksboden bis zur Sour Cream Crust vielfältige Erscheinungsformen. Die amerikanische Küche kann man sich ohne Pies gar nicht mehr vorstellen und Apple Pie oder Pumpkin Pie sind quasi amerikanische Nationalgerichte.

Die Geschichte von Vern’s Pies

John Grubers aus Spokane, Washington, wurde bekannt für seine fast legendäre Leidenschaft für Pies und daher muss seine Geschichte unbedingt erzählt werden: Seit 1954 arbeitete John in der Kaiser Aluminium Fabrik. Jeden Dienstag und jeden Freitag war der sogeannte „Pie Day“. Auf dem Rückweg von der Arbeit würde er bei Vern’s Pies einen Pie kaufen, der er sich dann bis zum nächsten Pie-Tag einteilte. Die leeren Pie-Formen würde er in einem extra dafür gebauten Regal aufbewahren. Sehr zum Leidwesen seiner Frau wuchs dieser Berg an Pie-Formen über die Jahre stetig an.

Doch eines Tages – in den 70er Jahren – merkte seine Frau, dass etwas nicht stimmte, da John an einem Freitag, mal wieder Pie-Day, ohne den üblichen Pie nach Hause kam. Für John Gruber brach die Pie-Welt zusammen, denn die Bäckerei Vern’s Pies hatte für immer geschlossen! John trug die über die Jahre gesammelten Backformen in den Keller und aß von da an keinen Pie mehr. Die Formen blieben bis zum seinem Tod im Jahr 1987 in vielen Kisten in seinem Keller. Und die Geschichte von John Gruber und Vern’s Pies lebt nun weiter, da eine der vielen Pie-Formen im Sweetie Pies-Cafe bei American Heritage München an der Wand hängen wird.