Geschichten und Rezepte über süße Pies und Tarts

Blueberry Peach Pie

Blaubeer-Pie ist einer meiner Favoriten, weil er so fruchtig ist und schön dekoriert werden kann. Dazu steche ich von der Pie-Kruste mit einem Sternchen-Keksausstecher Teigsterne aus. Diese werden dann auf den ungebackenen Kuchen gelegt, wobei die Teigspitzen nicht in die Blaubeer-Füllung ragen sollten. Anschließend Pie wie gewohnt im Backofen backen.

Meistens habe ich noch ein paar Sternchen über, die ich dann einfach auf dem Blech backe. Alternativ können auch Herzchen ausgestochen und gebacken werden.

Die Geschichte des Pies

Die alte Schreibweise PYE zeigt bereits, wo der Pie herkommt: aus dem alten Großbritannien, genauer gesagt aus dem Großbritannien des 13. Jahrhunderts. Dazu muss man sich vorstellen, dass es früher keinen Kühlschrank und keinen Ofen gab. Ein Feuer zum Backen wurde nur selten gemacht, eine Kühlung gab es in der Regel nicht. Die Kruste früherer Pies war daher nicht zum Verzehr gedacht, sondern als Aufbewahrungshülle, die einige Zentimeter dick war und die Füllung bis zu einem Jahr konservierte. Entsprechend wurde die unappetitliche Piekruste Coffin genannt. Mit der Zeit haben sich die Köche und Bäcker mehr Mühe mit der Kruste gemacht und sie in eine appetitliche Schale verwandelt.

Zur Kolonialzeit wurden in Amerika die traditionellen englischen Pies mit Füllungen aus der Neuen Welt ersetzt. Cranberries, Pecans, Pfirsiche und Key Limes sind nur einige Beispiele für neuere Geschmacksrichtungen. Auch die Kruste entwickelte sich weiter und hat heute vom Keksboden bis zur Sour Cream Crust vielfältige Erscheinungsformen. Die amerikanische Küche kann man sich ohne Pies gar nicht mehr vorstellen und Apple Pie oder Pumpkin Pie sind quasi amerikanische Nationalgerichte.

Wie sammeln Amerikaner Pie-Rezepte?

Amerikaner haben ein Hobby, das es bei uns in dieser Form nicht gibt: Rezepte sammeln. Dazu werden die Lieblings-Rezepte in einem Album oder in einer dekorativen Rezeptbox aufbewahrt. Sobald wieder Pie gebacken wird, wird die entsprechende Rezeptkarte, entweder selbst beschriftet oder mit dem Computer gedruckt, herausgezogen und nachgebacken.

Treffen sich Freunde oder Familie und die neuesten kulinarischen Kreationen werden serviert, so gibt man ein Kompliment an den Koch oder die Köchin und verlangt nach dem Rezept. Gleich darauf wird eine dekorative, aber bisher noch unbeschriftete Rezeptkarte ausgefüllt und überreicht. Diese Rezeptkarte steckt man dann in seine eigene Sammlung, die mit der Zeit immer bunter wird. Gerne wird einem Brautpaar eine Box mit den Lieblings-Rezepten der Familie gereicht. Oder es gibt im Internet Rezeptkarten-Clubs, bei denen man nicht nur Pie-Rezepte herunter lädt und gleich auf die Karte druckt. Ein nettes Hobby oder nicht?

Mein Weihnachtsgeschenk aus Amerika: Eine rote Pie-Form

Merry Christmas! Zugegeben, ich habe schon eine ganze Sammlung, aber so eine schöne rote Backform hatte ich noch nicht. Darf ich mein diesjähriges Weihnachtsgeschenk vorstellen? Natürlich habe ich es gleich heute benutzt. Und was passt farblich am besten in eine rote Pie-Form? Cherry-Pie!

Jede Pie-Form ist hinsichtlich Größe, Tiefe und Material anders und somit müssen auch Füllmenge und Backzeit immer angepasst werden. Mein heutiger Cherry Pie könnte noch ein paar mehr Kirschen vertragen und daher gibt es morgen gleich nochmal Kirschkuchen, damit das Rezept perfekt wird!

Thank you for a wonderful present!

Die Geschichte von Vern’s Pies

John Grubers aus Spokane, Washington, wurde bekannt für seine fast legendäre Leidenschaft für Pies und daher muss seine Geschichte unbedingt erzählt werden: Seit 1954 arbeitete John in der Kaiser Aluminium Fabrik. Jeden Dienstag und jeden Freitag war der sogeannte „Pie Day“. Auf dem Rückweg von der Arbeit würde er bei Vern’s Pies einen Pie kaufen, der er sich dann bis zum nächsten Pie-Tag einteilte. Die leeren Pie-Formen würde er in einem extra dafür gebauten Regal aufbewahren. Sehr zum Leidwesen seiner Frau wuchs dieser Berg an Pie-Formen über die Jahre stetig an.

Doch eines Tages – in den 70er Jahren – merkte seine Frau, dass etwas nicht stimmte, da John an einem Freitag, mal wieder Pie-Day, ohne den üblichen Pie nach Hause kam. Für John Gruber brach die Pie-Welt zusammen, denn die Bäckerei Vern’s Pies hatte für immer geschlossen! John trug die über die Jahre gesammelten Backformen in den Keller und aß von da an keinen Pie mehr. Die Formen blieben bis zum seinem Tod im Jahr 1987 in vielen Kisten in seinem Keller. Und die Geschichte von John Gruber und Vern’s Pies lebt nun weiter, da eine der vielen Pie-Formen im Sweetie Pies-Cafe bei American Heritage München an der Wand hängen wird.

Apple Cranberry Pie

Köstlicher Apple Pie schmeckt immer, Sommer wie Winter. Mein klassisches Rezept für Apple Cranberry Pie kann leicht abgewandelt werden: Statt der Cranberries können einfach Rosinen, Mandeln oder Nüsse genommen werden.

Die Äpfel für Apple Pie sollten süßlich-säuerlich sein. Am besten eignet sich eine Mischung verschiedener saftiger Apfelsorten. Mit der Apfelschälmaschine lassen sich schnell eine Vielzahl von Äpfel schälen und auch gleich in Ringe schneiden. Die zerkleinerten Apfelstücke werden mit Zitronensaft, Zimt, braunem Zucker, Vanille-Extrakt, Apple Pie Spice und Mehl vermischt und in die Teigschale gegeben.

  • 5 Äpfel
  • ¾ Tasse braunen Zucker
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 TL Vanille
  • 1 EL Apple Pie Spice
  • 2 EL Mehl
  • getrocknete oder frische Cranberries

Danach die obere Teigkruste auflegen, am Rand mit der unteren verbinden und dekorativ verkneten. Mit einem scharfen Messer kleine Muster einschneiden und den Apple Pie 20 Minuten bei 210 Grad C backen. Danach mit einem Pie Crust Shield weitere 40 Minuten bei 165 Grad C backen. Der Teig-Schutz aus Aluminium sorgt dafür, dass die Kruste nicht austrocknet oder verbrennt. Nach dem Backen sollte der Pie ein wenig stehen, danach mit Vanille-Eis oder Sahne servieren. Enjoy!

Pecan-Nüsse aus Georgia

Ihren interessanten Namen haben die Pecans von den Ureinwohners Amerikas, genauer den Algonquins, die damit die Nuss bezeichneten, die einen Stein zum Knacken benötigt. Die Pecannussbäume sind besonders im Gebiet rund um den südlichen Mississippi verbreitet. Die Nüsse sind reichhaltig, buttrig und nicht einfach zu knacken. Als gesunde Kostbarkeit mit viel Protein und ungesättigten Fetten werden sie besonders in der Küche der Südstaaten verwendet. Das wohl bekannteste Gericht ist der köstliche Pecan Pie, gerne serviert in der Herbst- und Weihnachtszeit. Dazu gibt es in Amerika sogar einen National Pecan Pie Day, gefeiert am 12. Juli. Ein guter Grund, auch im Sommer diesen leckeren Kuchen zu essen. Aber auch Pecan Cookies sind sehr beliebt.

In Amerika werden jährlich über 200.000.000 kg Pecans produziert. In Deutschland sind Pecans leider schwer zu finden. Manchmal gibt es Pecan-Stückchen, sogenannte Chopped Pecans, noch seltener Pecan-Hälften. Für einen Pecan Pie können sowohl Stückchen als auch Hälften verwendet werden. Ein stückiger Pecan Pie hat den Vorteil, dass er besser geschnitten werden kann. Die Pecan-Hälften sind aber deutlich dekorativer. Zum Knacken der Nüsse gibt es sogar einen Pecannuss-Knacker, bei dem die Kraft von den Seiten kommt, damit die Nüsse ganz bleiben.

Für Pecan Pies verwende ich frische Nüsse aus Georgia. Aber auch Texas liefert köstliche Nüsse.

Praktische Messbecher

In Amerika werden die Mengenangaben bei Koch- und Backrezepte in Tassen und Löffeln (Cups and Spoons) angegeben. Diese Messbecher gibt es in jeder amerikanischen Küche in mehreren Ausfertigungen. Meist ein schönes Set aus Porzellan, ein ganz praktisches aus Kunststoff und vielleicht auch noch die nostalgischen Cups von Grandma. Immer griffbereit. Meine eigene Sammlung der Messbecher-Sets wächst monatlich. Aus Metall (kann schon mal runterfallen), aus Porzellan (sehr dekorativ, aber ein wenig unpraktisch), aus Glas (schön für die Mikrowelle) oder eben dieses hier: Türkises Set von Martha Stewart.

Wer öfter nach amerikanischen Rezepten backt und kocht, sollte sich zum einfachen Abmessen Cups und Spoons zulegen, zumindest die Tassen. Für den einmaligen Gebrauch lassen sich die Maße auch umrechnen.

Cranberry Buttermilk Pie mit frischen Cranberries

Cranberries sind von Natur aus säuerlich und daher schmecken sie sehr gut in Kombination mit Buttermilch. Bei diesem Pie wird die Kruste leicht vorgebacken und dann mit der Buttermilch-Mischung befüllt. Frische, halbierte Cranberries werden am Schluss hinzugegeben und der ganze Pie nochmals gebacken. Frische Cranberries gibt es meistens nur in der Herbst- und Winterzeit, so dass dieser Pie auch vorzüglich in diese Saison passt.

Cranberries lassen sich kühl sehr lange lagern. Woran merkt man, dass Cranberries gut sind? Man lässt sie einfach aus 20 cm Höhe auf die Küchentheke fallen. Sofern sie ein leichtes Plopp-Geräusch machen, sind sie gerade richtig. Aus frischen Cranberries lässt sich auch eine köstliche Sauce herstellen.